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helfenbeindesign

Stand By.

Stehhilfe für den öffentlichen Raum.

Der öffentliche Raum ist für viele Menschen wie ein zweites Zuhause. Essen, Entspannen, Spielen, Sport, Lachen und Weinen, es gibt kaum eine Aktivität, die hier nicht ausgeübt wird. Für die meisten Personen funktioniert dies selbstverständlich. Doch wie muss das Stadtbild gestaltet sein, um für alle Menschen gleichermaßen zugänglich zu sein?

Hauptprojekt
Betreuer: Prof. Adrian Peach
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
2022

01. Produkt

Eine Lehne und ein kleiner Tisch für die nötigsten Dinge. Mehr braucht es nicht für eine kurze Pause. Die Stehhilfe ist so dimensioniert, dass ein möglichst großer Teil der Bevölkerung sie nutzen kann. Dabei ist sie so platzsparend wie möglich gebaut, um nahezu überall im öffentlichen Raum Platz zu finden. Das Stahlrohr sorgt für ausreichend Stabilität und blockiert nicht die Sicht auf den Verkehr. Eingelassen in ein Betonfundament ist die Stehhilfe sicher verankert. Der Rahmen aus Stahl sorgt für die nötige Stabilität. Der Rahmen aus Stahl sorgt für die nötige Stabilität. Der Tisch aus Edelstahl ist kratzfest und witterungsbeständig. Die Holzelemente geben den nötigen Halt und sorgen für Gemütlichkeit. Sollte das Holz einmal ausgetauscht werden müssen, so können die Halbzylinder von der Rückseite aus einfach gelöst werden. Klare Linien und ein schlichtes Design lassen die Stehhilfe in jeden Kontext gut integrieren.

Nutzung.

. Bushaltestelle
Auch nur für wenige Minuten stehen, kann sich wie eine Ewigkeit anfühlen. Mit Stand By ist es kein Problem, falls der Bus mal wieder zu spät kommt.

. Park / öffentlicher Platz
Wer schon einmal mitten auf einem großen Platz stand, weiß, wie verloren man sich fühlt. Das Gefühl im Weg zu sein und das unbequeme hin und her wackeln sind mit Stand By nun Geschichte.

. Kreuzung
Gefühlt hat man immer Rot, wenn man an eine Kreuzung kommt. Hat man es dann über eine Ampel geschafft, muss man erneut warten. Mit Stand By ist es kein Problem, wenn man mal wieder auf der Mittelinsel hängen bleibt.

02. Problematik

Die Zeit dazwischen.

Es gibt mittlerweile ein riesiges Angebot an Sitzmöglichkeiten. Die Produktkataloge bekannter Anbieter sind voll mit diversen Bänken, Einsitzern und Sitzlandschaften. Geht man in Parks oder zu großen Plätzen, wird man immer einen Ort zum Verweilen finden. Manche komfortabler als andere, doch das Angebot ist beinah unbegrenzt. 

Doch was ist mit den Orten, an denen Menschen Tag für Tag auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder einfach nur bei einem Spaziergang vorbei kommen? 

Oft sind es gerade solche Orte, an denen man sich am meisten nach einer Möglichkeit zum Ausruhen, wenn auch nur kurz, sehnt, die jedoch nichts Derartiges bieten. Lange und große Straßen können für manche Menschen zum Albtraum werden. Sie wirken beinahe endlos und wohin man auch schaut, einen Platz zum Verschnaufen wird man nur in den seltensten Fällen vorfinden. Für einen Großteil der Bevölkerung wird dies kein großes Problem darstellen. Doch es gibt Menschen, für die der tägliche Gang auf die Straße, eine Herausforderung darstellt. Ob Ältere, Menschen mit Behinderung oder geschwächte Personen, sie werden meist in der Stadtplanung unzureichend oder gar nicht mit einbezogen. 

Aber sollte der öffentliche Raum nicht für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sein? 

Sollte es nicht unser Bestreben als Designer/innen sein, die vernachlässigten Bevölkerungsgruppen zu unterstützen? 

Wenn die Nutzung auch für diese Menschen gewährleistet ist, erleichtert dies nicht unser aller Leben?

02. Problematik

Die Zeit dazwischen.

Es gibt mittlerweile ein riesiges Angebot an Sitzmöglichkeiten. Die Produktkataloge bekannter Anbieter sind voll mit diversen Bänken, Einsitzern und Sitzlandschaften. Geht man in Parks oder zu großen Plätzen, wird man immer einen Ort zum Verweilen finden. Manche komfortabler als andere, doch das Angebot ist beinah unbegrenzt. 

Doch was ist mit den Orten, an denen Menschen Tag für Tag auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder einfach nur bei einem Spaziergang vorbei kommen? 

Oft sind es gerade solche Orte, an denen man sich am meisten nach einer Möglichkeit zum Ausruhen, wenn auch nur kurz, sehnt, die jedoch nichts Derartiges bieten. Lange und große Straßen können für manche Menschen zum Albtraum werden. Sie wirken beinahe endlos und wohin man auch schaut, einen Platz zum Verschnaufen wird man nur in den seltensten Fällen vorfinden. Für einen Großteil der Bevölkerung wird dies kein großes Problem darstellen. Doch es gibt Menschen, für die der tägliche Gang auf die Straße, eine Herausforderung darstellt. Ob Ältere, Menschen mit Behinderung oder geschwächte Personen, sie werden meist in der Stadtplanung unzureichend oder gar nicht mit einbezogen. 

Aber sollte der öffentliche Raum nicht für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sein? 

Sollte es nicht unser Bestreben als Designer/innen sein, die vernachlässigten Bevölkerungsgruppen zu unterstützen? 

Wenn die Nutzung auch für diese Menschen gewährleistet ist, erleichtert dies nicht unser aller Leben?

Bushaltestellen.

Allein in Berlin gibt es rund 200 Buslinien. Über die ganze Stadt verteilt, befinden sich unzählige Bushaltestellen. Einige von ihnen sind mit Wartehäuschen ausgestattet, andere widerum machen lediglich durch die gut erkennbaren Schilder auf sich aufmerksam. Letztere befinden sich häufig an weniger frequentierten Stopps oder dort, wo die Größe des Weges nicht die Möglichkeit für ein Wartehäuschen inklusive Sitzgelegenheit bietet. Nichtsdestotrotz warten auch an diesen Haltestellen täglich viele Menschen auf ihren Bus. Wer Berlin oder auch andere Großstädte kennt, der/die weiß, dass auch bei noch so guter Planung der Route, die Wartezeiten stark variieren können. Eine Wartezeit von vielleicht 5 Minuten klingt erst einmal nach einer Zeit, die man gut im Stehen verbringen kann, jedoch gilt das nicht für alle Menschen. Den meisten ist es bestimmt bereits das ein oder andere Mal aufgefallen, dass es oft anstrengender ist, an einer Stelle zu stehen, als zu laufen. Das liegt daran, dass beim längeren Stehen das Blut nicht mehr ordentlich durch den Körper zirkulieren kann. Zudem erschlafft die Muskulatur, wodurch das Halten der Balance erschwert wird.

Ampelzeiten.

Ampeln machen die Interaktion mit dem öffentlichen Raum deutlich sicherer. Sie geben Struktur in der oft sehr unübersichtlichen und schnellen Verkehrswelt. Doch leider ist die Stadt- und Verkehrsplanung noch stark fahrzeugorientiert und von Normen bestimmt. Wie so oft der Fall spiegeln Normen nur einen Teil der Bevölkerung wieder und schaffen damit Ungerechtigkeiten. Auch die Räumungsgeschwindigkeit ist an Normen gekoppelt. So beträgt sie standardmäßig 1,2 Meter pro Sekunde. Im innerstädtischen Raum sind die Grünphasen oft sogar noch kürzer. Ab 60 Jahren vermindert sich die Laufgeschwindigkeit von Menschen um ca. 1% pro Jahr. Das heißt, dass die meisten Menschen über 60 Jahren und auch viele darunter, es nicht schaffen, die Räumungsgeschwindigkeit einzuhalten. Dies mag zwar nicht umgehend zu Unfällen führen, da es noch eine Übergangszeit gibt, in der sowohl Füßgänger/innen als auch Fahrzeuge Rot haben, aber es führt zu Verunsicherungen und Hast. Vor allem beim Überqueren mehrerer Straßen hintereinander, womöglich noch mit zusätzlicher Mittelinsel, können diese ­Personen sehr viel Zeit benötigen, um an ihr Ziel zu kommen. Zum Vergleich: Je nach Größe der Kreuzung folgt auf eine 5-15 sekündige Grünphase eine bis zu 60 Sekunden lange Blockierzeit. 

Diese Faktoren führen dazu, dass gerade ältere Personen Hemmungen davor haben, sich im öffentlichen Raum zu bewegen. Sie bekommen das Gefühl vermittelt, fehl am Platz zu sein.

03. Konzept

Stehhilfe

Stürze sind eine der häufigsten Verletzungsursachen bei älteren Personen. Dies lässt sich auf verschiedene Faktoren zurückführen. Bis zu 15% der Stürze werden durch Schwindelsymptome verursacht. Schwindel tritt im höheren Alter von Jahr zu Jahr immer häufiger auf und ist neben krankheits- oder medikamentenbedingten Ursachen rein biologisch. Der Gleichgewichtssinn verschlechtert sich mit zunehmendem Alter, da das Innenohr schlechter durchblutet wird, die Nerven Signale langsamer weiterleiten und das Gehirn Reize nicht mehr so gut verarbeitet. Zudem sehen und hören ältere Personen oft schlechter, was ihnen die Orientierung zusätzlich erschwert. Eine geschwächte Muskulatur macht Gleichgewichtsstörungen für Ältere besonders riskant, da sie schneller stürzen als junge Menschen und sich dabei durch eine langsamere Reaktionszeit häufig schwerwiegende Verletzungen zuziehen.

In unserer schnelllebigen Welt sind Menschen, die bereits geschwächt sind, besonders anfällig für Stürze.

Die Stehhilfe soll genau hier Abhilfe schaffen. Der Einsatz an den zuvor genannte Orten schützt diese Menschen vor Verletzungen, indem sie einen Ankerpunkt zum Verharren schafft und die Unterstützung bietet, die in diesen Momenten von Nöten ist.

Neigung.

Wann fängt Komfort an und wann hört Funktionalität auf?

Bei einem Neigungswinkel von 10-15° hat man die beste Kombination aus beiden Faktoren. Unter 10° fühlt es sich beinah so an, als wenn man sich gegen eine Wand lehnt. Man hat zwar mehr Halt, aber eine wirkliche Unterstützung ist nicht zu spüren.
Sobald man die 15° über­schreitet, ist es zwar möglich sehr viel ­Gewicht auf die Lehne zu verlagern, aber leider bedarf es einem hohen Aufwand und auch etwas Überwindung, um in diese ­Position zu gelangen und sich wieder ­aufzurichten.

Höhe.

Wie hoch ist hoch genug, aber noch nicht zu hoch?

Mit einer Ausgangshöhe von 60-70cm kann ein großer Teil der Bevölkerung die Stehhilfe
problemlos nutzen. So wird verhindert, dass die Rückenlehne im Bereich der Beine zu Beeinträchtigungen führt, die die Nutzbarkeit einschränken. Die Rückenlehne selbst sollte ca. 50-60cm lang sein, damit sie auch noch von größeren Personen gut genutzt werden kann. Mit einer Gesamthöhe von ca. 1,20m stellt die Stehhilfe kein großes Hindernis im Straßenverkehr dar und kann somit problemlos an unterschiedlichsten Orten installiert werden.

Farbschema.

Die Orientierung im öffentlichen Raum wird zunehmend schwerer. Puristische Architektur und urbane Gestaltung sorgen für ein sauberes, aber auch monotones Stadtbild. Es gibt immer weniger Merkmale, die aneinander grenzende Straßen unterscheiden. Die meisten Menschen nutzen selbst für die kürzesten Strecken Navigationsapps. Vor allem für ältere Personen ist dieser Wandel nur schwer zu kompensieren. Veränderungen im Stadtbild führen dazu, dass selbst ein bekannter Weg zur Herausforderung wird, denn es fehlen die Ankerpunkte. Diese können markante Gebäude, bestimmte Geschäfte, ein alter Baum oder aber auch Stadtmöbel sein. Wenn man ältere Personen nach einem Weg fragt, beinhaltet die Antwort oft genau diese Merkmale. Sie werden nur selten von Straßennamen reden.

Doch woran soll man sich orientieren, wenn alles gleich aussieht?

Farben sind ein denkbar einfaches Gestaltungsmittel, wenn es darum geht, Variation einzubringen. DIe Farbe ist das erste Merkmal, das einer Person auffällt, wenn sie sich einem Objekt nähert. Zusätzlich kann man sich Farben sehr schnell einprägen und dadurch einfache Verknüpfungen schaffen. Die Stehhilfe macht sich genau diese Eigenschaft zu Nutze. Ein Farbcode aus vier Farben soll dabei helfen, sich an großen Kreuzungen zu orientieren. Selbst wenn die Straßen sonst identisch wirken, gibt es so ein markantes Merkmal, um sie unterscheiden zu können. In diesem Beispiel orientieren sich die Farben an den Himmelsrichtungen. Eine andere Möglichkeit wäre es, die Farben an bestimmten Orten innerhalb der Stadt festzulegen. So könnte das Farbschema in der gesamten Stadtplanung integriert werden, um so ein einfaches, aber effektives Orientierungssystem zu schaffen.

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